Similaunhütte nach Vernagt (Meran) Alpenüberquerung E5

Einmal zu Fuß über die Alpen war für mich schon lange ein Traum, den ich mir 2018 und 2019 auf dem E5 realisiert habe. Das Teilstück des europäischen Fernwanderwegs E5 von Oberstdorf nach Meran ist mittlerweile zum Synonym für eine Alpenüberquerung geworden.

2018 habe ich mit einer alten Schulfreundin das Abenteuer Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran in Angriff genommen. Wir sind in acht Etappen von Oberstdorf über Zams, Vent über die Ötzi-Fundstelle bis nach Vernagt gewandert.

2019 ging es dann mit einem Freund über Zwieselstein bis nach Bozen. Ohne Bergführer, haben wir unsere Etappen von den Allgäuer Alpen bis ins Lechtal zu den Ötztaler Alpen und dann in die mediterrane Landschaft Südtirols bis nach Meran / Bozen bewandert. Dabei war eine gute Planung und Vorbereitung der Alpenüberquerung und die Auswahl der richtigen Wanderschuhe für die Alpenüberquerung unerlässlich.

Etappen Alpenüberquerung E5 im Überblick

EtappeTagesetappeRother
Wanderführer
GehzeitTourjahr
1Oberstdorf – Kemptner HütteSeite 684,5 Std.2018
2Kemptner Hütte – BachSeite 725 Std.2018
3Bach – Memminger HütteSeite 724,5 Std.2018
4Memminger Hütte – ZamsSeite 806,0 Std.2018
5Zams – WennsSeite 885,5 Std.2018
V 6Wenns – Vent (Busfahrt)2018
V 7Vent – SimilaunhütteSeite 156 / 1614,8 Std.2018
V 8Similaunhütte – Vernagt / MeranSeite 1665,0 Std.2018
6Mittelberg – Braunschweiger HütteSeite 883,0 Std.2019
7Braunschweiger Hütte – ZwieselsteinSeite 1245,5 Std.2019
8Zwieselstein – MoosSeite 1317,8 Std.2019
9Moos – Pfandler AlmSeite 1365,5 Std.2019
10Pfandler Alm – Hirzer HütteSeite 1433,5 Std.2019
11Hirzer Hütte  – Meran 2000Seite 1465,5 Std.2019
12Meran 2000 – Jenesien / BozenSeite 1506,0 Std.2019

Etappe 1: Von Oberstdorf zur Kemptner Hütte (2018)

Oberstdorf zur Kemptner Hütte; Alpenüberquerung E5

Am 16.08.2018 ging es endlich los und meine Freundin Carola aus Schultagen und ich begannen unser Abenteuer – die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran. Schon die erste Etappe bis zur Kemptner Hütte war ein Erlebnis für sich. Erfahrt wie es uns auf der ersten Etappe erging und wie wir die erste Nacht auf der Kemptner Hütte geschlafen haben oder eben nicht.

Etappe 1 im Überblick

↑ 1845 Höhe
↓ 810 Tiefe
14,8 km – 5,5 Stunden mit Pausen
Oberstdorf zur Kemptner Hütte
GPS Daten zum Download:
E5 – Oberstdorf – Kemptner-Hütte – Etappe 1 – GPS

Tourenbeschreibung: Oberstdorf zur Kemptner Hütte

Mein Wecker ging um 5:00 Uhr und ich wachte mit einem Lächeln auf, denn endlich ging unser Abenteuer los. Ich packte für Carola und mich Proviant für den Zug ein. Wir mussten um 06:00 Uhr den ICE vom Kölner Hauptbahnhof bekommen um pünktlich um 12:00 Uhr von Oberstdorf zu starten. Strahlend bot ich Carola im Zug unseren Proviant an, überwiegend Schwarzbrot mit Käse. Sie lehnte dankend ab, also aß ich die Stullen alleine – was sich noch als Fehler rausstellte. Im Zug gingen mir noch 1000 Fragen durch den Kopf. Hat sich die monatelange Vorbereitung auf die Alpenüberquerung gelohnt? Ist der Rucksack nicht zu schwer? War unsere Packliste für die Alpenüberquerung vollständig? Im Nachhinein kann ich euch schon verraten unsere Planung war goldrichtig und ich würde nur minimale Veränderungen vornehmen. Um 11:20 Uhr erreichten wir pünktlich das sonnige Oberstdorf.

In Oberstdorf versorgten wir uns mit weiterem Proviant und Getränken und stärkten uns ein wenig. So viel brauchte ich nicht, denn ich hatte ja noch jede Menge Schwarzbrot. Um Punkt 12:00 Uhr schnallten wir uns die Rucksäcke auf den Rücken, zogen unsere Sonnenbrillen an, starteten Komoot auf dem Handy und stapften vom Bahnhof los in Richtung Spielmannsau. Schon nach den ersten Metern kamen wir richtig ins schwitzen, denn es gab kaum Schatten oder Schutz unter Bäumen. Unsere Füße waren klatsche Nass und wir beide merkten nach zwei Stunden wandern, dass sich die ersten Blasen andeuteten und das am ersten Tag. Hinter erfuhren wir das sie Bergschulen in der Regel mit dem Bus von Oberstdorf bis zur Spielmannsau fahren. Das kann ich nur empfehlen, denn der Weg ist aus meiner Sicht nicht so schön. Die Buslinie 9763 verkehrt von Anfang Mai bis Ende Oktober zwischen den Standorten und braucht rund 20 min. Ein Ticket kostet ca. 3,90€.

Tipp: Nehmt den Bus von Oberstdorf bis Spielmannsau!

Wir hatten mittlerweile 14:00 Uhr und uns war klar, dass wir kaum Zeit hatten Rast zu machen. Wir hatten noch rund drei Stunden wandern vor uns. Ich versorgte mich weiter mit Schwarzbrot. Plötzlich merkte ich, dass das letzte Schwarzbrot einfach zu viel wahr. Der Anstieg wurde immer Steiler und ich litt stellenweise unter richtigen Bauchkrämpfen und Carola war sehr besorgt über ihre Blasen am Fuß. Aber es gab kein Zurück, denn unser Abenteuer auf dem E5 Fernwanderweg hatte grade erst angefangen. Wir rissen uns zusammen. Der Weg führte uns vorbei an der Materialseilbahn der Kemptner Hütte auf 1048 m. Wir wanderten oberhalb des des Flusses Trettach. Positiv war, dass wir sehr vielen freundlichen Leuten begegneten, denn als Wanderer begrüßt man sich mit „Servus“.

Von Oberstdorf zum Sperrbachtobel
Von Oberstdorf zum Sperrbachtobel

Wir erreichten auf 1310 m eine kleine Brücke, die uns über den Sperrbach führte. Anschließend ging es eine halbe Stunde sehr Steil bergauf bis zum sogenannten „Knie“. Wir waren nun schon 4 h inklusive kleiner Pausen unterwegs und mit Zugfahrt ca. 11 h wach. Obwohl die Landschaft traumhaft schön war, wollten wir nur noch die Kemptner Hütte erreichen. Wir wanderten wieder auf die linke Seite des Sperrbachs und der Weg führt uns direkt durch den Sperrbachtobel. Obwohl der Sommer auch im Allgäu sehr heiß war, konnten wir vereinzelt Schneefelder sehen. Der Sperrbachtobel ist eine Lawienschlucht, die als besonders wild gilt. Der Weg wurde wieder breiter nach dem Tobel und wir konnten endlich die Hütte sehen. Das gab wieder Kraft und Auftrieb. Nach 5,5 stunden wandern erreichten wir erschöpft die Kemptner Hütte.

Auf der Kemptner Hütte angekommen konnte ich endlich mein Schwarzbrot-Problem lösen. Gebucht hatten wir die Hütte schon Monate vorher über Hütten Holidays und das war auch gut so, denn die Hütte war völlig ausgebucht. Wir meldeten uns an, besorgten uns eine Duschmarke und machten uns frisch. Handy-Empfang hatten wir keinen mehr, so dass wir unseren Lieben auch nicht mitteilen konnten, dass wir unser Ziel sicher erreicht hatten. Wir ließen den Abend auf der Terrasse der Kemptner Hütte ausklingen und genossen den Blick auf den Muttlerkopf mit einem frischen und leckeren Radler.

Kemptner Hütte: Ausblick auf den Muttlerkopf
Kemptner Hütte: Ausblick auf den Muttlerkopf

Gegen 21:00 Uhr gingen wir ins Bett. Insgesamt war es sehr durcheinander auf den Mehrbett-Zimmern. Überall lagen Rucksäcke und unser Bettnachbar lag schon im Bett und gab ein Schnarch-Konzert. Trotz Schwierigkeiten beim Einschlafen, bekam ich genug Schlaf und war gespannt auf die nächsten Tage.

Etappe 1 auf Komoot

Ich habe die gesamte erste Etappe von Oberstdorf bis zur Kemptner-Hütte mit Komoot getrackt:


Etappe 2: Von der Kemptner Hütte nach Bach (2018)

Kemptner Hütte nach Bach; Alpenüberquerung E5

Am 17.08.2018 ging unser Abenteuer Alpenüberquerung weiter. Die zweite Etappe hatte das Tagesziel Bach im Lechtal. Normalerweise dauert die zweite Etappe 9,5h und führt zu Memminger Hütte, aber wir haben uns die Tour in zwei Etappen geteilt. Besonders aufregend war die Überquerung der längsten Hängeseilbrücke Österreichs. Nichts für schwache Nerven, sage ich Euch! Auch diese Tour war geprägt von tollen Ausblicken und einem wirklich herzlichen Empfang im Haus Petra. Erfahrt, was wir alles erlebt haben auf der zweiten Etappe unserer Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran.

Etappe 2 im Überblick

↑ 2093 Höhe
↓ 1070 Tiefe
14,1 km – 4,5 Stunden mit Pausen
Kemptner Hütte nach Bach – Stockach
GPS Daten zum Download:
E5 – Kemptner-Hütte – Bach – Etappe 2 – GPS

Tourenbeschreibung: Kemptner Hütte nach Bach

Gegen 06:00 Uhr in der früh begann unser Tag im Mehrbettzimmer auf der Kempener Hütte. Trotz der frühen Uhrzeit war ich sehr glücklich los zu wandern und gespannt auf die Erlebnisse, die der Tag brachte. Ich holte die letzten Sachen aus dem Trockenraum, die mehr stanken als zuvor und es war auch nichts richtig trocken geworden. Aber auch das konnte meine Laune nicht trüben.

Um 08:30 stiegen wir zum Mädelejoch von 1845 m auf 2039 m hoch. Das Mädelejoch ist der tieftste Punkt zwischen Muttlerkopf (2366 m) und Kratzer (2427 m). Die Sonne schien und wir nutzten die Zeit für ein paar Fotos – seht selbst:

Grenzschild am Mädelejoch
Grenzschild am Mädelejoch

Nach ca. 30 min. Wanderzeit erreichten wir auch schon das Grenzschild. Wir verlassen die Bundesrepublik Deutschland und erreichen Tirol. Der Abstieg ins Lechtal beginnt.

Auf felsigem Weg verließen wir das Allgäu. Wir passierten die obere Roßgumpenalm auf 1680 m, wanderten ein Stück durch den Wald und erreichten auf 1329 m die untere Roßgumpenalm. Ich schwitzte rund um die Uhr, aber diese atemberaubende Natur machte mich einfach nur glücklich und ich fühlte mich absolut frei. Wir wanderten weiter durchs Höhenbachtal. Auf dem Weg begegneten uns wunderschöne Kühe mit ihren Jungtieren. Sehr süß, aber wir machten ganz bewusst eine großen Schlenker. Im Café Uta machten wir unsere erste Rast und gönnten uns ein erstes Radler für den Tag. Hunger hatten wir erstaunlicherweise kaum, obwohl uns Kuchen und Apfelstrudel nahgelegt wurden.

Im Café Uta entschieden wir uns weiter zur Hängebrücke zu wandern. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir die Brücke und bei Carola kamen echte Heimatgefühle auf – der Hennes feuert den FC sogar aus dem Lechtal an:

Hängeseilbrücke Höhenbachtal Holzgau
Hängeseilbrücke Höhenbachtal Holzgau

Meine Augen waren schon auf dieser beeindruckenden Hängeseilbrücke. 2011 wurde diese längste Hängeseilbrücke Österreichs über dem Höhenbachtal errichtet. Die Brücke ist insgesamt 200,51 m lang und schwingt 105 m hoch. In der Mitte werden die Knie schon weicher. Wir überquerten die Brücke und wanderten durch Holzgau weiter nach Stockach zu unserer Unterkunft Haus Petra. Wir erreichten unser Ziel gegen 15:00 Uhr.

Eine gute Variante um das Haus Petra zu erreichen wäre auch der Lechweg gewesen. Hier wären wir nach dem Café Uta auch in Richtung Hängebrücke gelaufen. Allerdings hätten wir nach rund 15 min. das nächste Schild zur Hängebrücke ignoriert und hätten den Lechweg geradeaus nach Stockach gewählt.

Höhenbachtal und Frühstück im Haus Petra
Höhenbachtal und Frühstück im Haus Petra

Das Haus Petra ist einer unser Übernachtungs-Highlights des E5. Die Unterkunft liegt in Stockach bei Bach. Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier direkt keine. Petra hat uns aber kostenlos Fahrräder zur Verfügung gestellt, um uns in Bach einzudecken und essen zu gehen. Mein persönliches Highlight war ein Gruß auf dem Zimmer von meinem Freund Martin aus Berlin, der ohne das ich es wusste die Nacht zuvor bei Petra verbracht hatte. Auch das Frühstück ist der absolute Hammer. Selbstgebackene Brötchen, frischer Orangensaft und Eier von den eigenen Hühnern.

Am nächsten morgen wurden wir von ihrem Mann Max mit dem Auto zum Taxibus Feuerstein gefahren. So konnten wir in Ruhe das fantastische Frühstück genießen.

Auf schnitzen.com findet ihr alle Infos zum Haus Petra.

Etappe 2 auf Komoot

Ich habe die gesamte zweite Etappe von der Kemptner-Hütte bis Bach mit Komoot getrackt:


Etappe 3: Von Bach zur Memminger Hütte (2018)

Bach zur Memminger Hütte; Alpenüberquerung E5

Die dritte Etappe führte uns von Bach zur Memminger Hütte. Wir bestiegen den Seekogel auf 2412 m. Auf dieser Etappe legten wir einiges an Höhenmeter zurück und wurden mit einer traumhaften Landschaft belohnt. Regen und Zeit zwangen mich über mein Leben zu reflektieren und es überkamen mich Themen und Gefühle mit denen ich nicht gerechnet hatte. Erfahrt mehr über die dritte Etappe zur Memminger Hütte und die Gefühlsachterbahn einer Alpenüberquerung.

Etappe 3 im Überblick

↑ 2412 Höhe
↓ 1440 Tiefe
14,1 km – 3,5 Stunden mit Pausen
Bach – Stockach zur Memminger Hütte
GPS Daten zum Download:
E5 – Bach – Memminger Hütte – Etappe 3 – GPS

Tourenbeschreibung: Bach zur Memminger Hütte

Aufstieg zur Memminger Hütte
Aufstieg zur Memminger Hütte

Nach einem leckeren Frühstück im Haus Petra startete unsere dritte Etappe mit einer Fahrt mit dem Taxibus Feuerstein vom Dorfplatz in Bach um 08:30 zur Materialseilbahn der Memminger Hütte. Wir hatten lange überlegt, ob wir den Bus nehmen sollen oder nicht. Denn das schlechte Gewissen und Fragen wie diese kamen uns sofort in den Kopf: Haben wir genug gekämpft? Ist das eine richtige Alpenüberquerung, wenn wir den Bus nehmen? Im Nachhinein bereue ich nicht, dass wir den Taxibus genommen haben. Denn die vierte Etappe nach Zams sollte uns noch genug fordern. Mein Tipp hebt Euch die Energie für die schönen Teilstücke auf. Außerdem nehmen auch die Gruppen mit Bergführer in der Regel den Bus. Wer dennoch laufen möchte ist rund zwei bis drei Stunden von Bach bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte unterwegs.

Taxibus Feuerstein
Das Taxibus Feuerstein fährt in der Regel dreimal am Tag von Dorfplatz in Bach zur Materialseilbahn der Memminger Hütte. Die Fahrtzeiten belaufen sich auf 08:30, 14:30 und 16:30. Eine vorzeitige Buchung ist in jedem Fall sinnvoll. Ein Ticket kostet um die 11,- €. Ihr erreicht die Firma Feuerstein telefonisch unter: +4356335633
Materialseilbahn
Gegen eine Gebühr von 4 € besteht die Möglichkeit den Rucksack nach oben zu befördern. Dazu kann das Telefon an der Tür Materialseilbahn genutzt werden.

An der Materialseilbahn zogen wir die Rucksäcke fest und machten uns Startklar für einen steilen Aufstieg. Lustig zu beobachten waren zwei ältere Männer, die davon ausgegangen waren, dass der Bus sie direkt zur Memminger Hütte bringt. Sie stellten schnell fest, dass dies nicht der Fall war. Dennoch machten sie sich mit uns auf den Weg. Sie waren nicht sehr schnell, aber bewegten sich im Gleichschritt, wie zwei Lemminge, langsam nach oben. Während ich mich zu Beginn zugegebener Maßen ein wenig lustig gemacht habe, weil die beiden Aussahen als wenn sie in die Kirche gingen, war ich nachher um so mehr beeindruckt, wie sie diesen Aufstieg meisterten.

Der Aufstieg zur Memminger Hütte war landschaftlich grandios. Wir wanderten vorbei an Wasserfällen, durch Wiesengelände mit wunderschönen Blumen und blickten auf mächtige Berge wie den Hochvogel. Wir nahmen uns sehr viel Zeit, um die wunderbare Natur zu genießen. Mein Kopf wurde frei und ich konnte richtig abschalten. Darüber bin ich bis heute froh. Hätten wir die 10h-Tour gemacht, also direkt von der Kemptner Hütte, wären wir bei diesem Teilstück wahrscheinlich nicht mehr so aufnahmefähig gewesen. Wir legten 791 Höhenmeter bis zur Memminger Hütte zurück.

Aufstieg zur Memminger Hütte
Aufstieg zur Memminger Hütte

Nachdem wir uns auf der Memminger Hütte mit einem Kaltgetränk gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg den Seekogel zu besteigen. Nach rund 30 min. waren wir oben am Gipfelkreuz – unser erstes auf dieser Alpenüberquerung. Von dort hatten wir nochmal einen wunderschönen Ausblick.

Mein persönliches Highlight war die Entdeckung eines Edelweiß. Ich hab es natürlich mit der Kamera für Euch festgehalten.

Gippfelkreuz und Edelweiß auf dem Seekogel
Gippfelkreuz und Edelweiß auf dem Seekogel

Gegen 15:00 Uhr war unser Wandertag beendet und wir hatten jede Menge Zeit. So schön das Wetter in den Morgenstunden war so schlecht war es ab Nachmittags. Es regnete in strömen und wir saßen dementsprechend auf der Hütte fest. Mit dem Essen mussten wir warten bis alle Berggruppen versorgt waren. Wir legten uns aufs Bett und hatten jede Menge Zeit nachzudenken. Ich vermisste Jan plötzlich sehr. Ich machte mir Musik an, die uns beide verbindet bzw. die mich sehr stark an ihn erinnert. Es ploppten plötzlich Themen über Themen in meinem Kopf auf und das Fragenkarussel drehte sich. Wo stehe ich beruflich? Wo will ich hin? Wie sehen meine nächsten Jahre aus? Was sind die nächsten Schritte mit meinem Blog? Mein Gefühlswelt war im warsten Sinne des Wortes eine Alpenüberquerung. Ich verdrückte die eine oder andere Träne, ohne konkrete Antwort. Ich hatte mir gedacht, dass dieses Erlebnis Alpenüberquerung etwas mit mir macht, aber das es mich am dritten Tag plötzlich überkommt, damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Bild sollte in den nächsten Tagen klarer werden.

Etappe 3 auf Komoot

Ich habe die gesamte dritte Etappe von Bach bis zur Memminger Hütte mit Komoot getrackt:


Etappe 4: Von der Memminger Hütte nach Zams (2018)

Memminger Hütte nach Zams; Alpenüberquerung E5
Aufstieg zur Seecharte

Gestärkt ging es gegen 8:00 Uhr in der Früh am 19.08 von der Memminger Hütte nach Zams. Das war einer unserer längsten Wandertage der Alpenüberquerung. Wir hatten im Vorfeld viel über diese Etappe gehört, beispielsweise das die Meisten nach dieser Etappe die Alpenüberquerung abbrechen. Erfahrt nachfolgend was wir erlebt haben, wie es uns auf der Skihütte Zams gefallen hat und wie wir den langen Abstieg gemeistert haben.

Etappe 4 im Überblick

↑ 2599 Höhe
↓ 775 Tiefe
14,8 km – 7,5 Stunden mit Pausen
Memminger Hütte nach Skihütte Zams
GPS Daten zum Download:
E5 – Memminger-Hütte – Zams – Etappe 4 – GPS

Tourenbeschreibung: Memminger Hütte nach Zams

Wir starteten von der Memminger Hütte auf 2242 m und sahen von unten schon den Weg zur Seescharte. Die Berge leuchteten golden in der vor kurzem aufgegangenen Sonne. Wir umrundeten den Unteren Seewisee und ich war beeindruckt, wie wundervoll sich die Berge im See spiegelten. Siehe selbst:

Der Weg führte uns weiter steil bergauf in Richtung Mittleren Seewisee. Wir kamen schon richtig ins schwitzen! Auf 2400 m hatten wir einen tollen Blick auf den Mittleren Seewisee, den Grat des Seeschartenkopf und auf die Seeschartenspitze 2705 m. Wir erreichten ein Geröllfeld und stiegen weiter bergauf. Die letzten sehr steilen Meter zur Seescharte 2599 m zogen wir uns an Drahtseilen nach oben. Wir hielten in der Seescharte kurz inne, warfen vor der Überquerung einen Blick zurück auf den Hochvogel, die Mädelegabel und den Trettach.

Aufstieg zur Seecharte
Aufstieg zur Seecharte

Der E5 führte uns weiter auf steilem und steinigem Weg bergab. Wir kämpften uns durch Latschenkiefern und waren heilfroh über unsere Wanderstöcke, die uns zumindest in der meisten Zeit auf den Beinen hielten. Auch von hier genossen wir immer wieder einen wunderbaren Blick ins Tal.

Ausblick auf die Silberspitze

Der Lötzbach rauschte am Wegesrand und erleichtert erreichten wir gegen 12:00 Uhr die Oberlochalm auf 1799 m. Dort gönnten wir uns eine Apfelschorle und eine leckere Wurstplatte. Sollte die Oberlochalm geschlossen sein, hat in jedem Fall die Unterlochalm auf 1580 m geöffnet. Ich kann nur empfehlen, dass Du Dich dort stärkst, denn der Weg bis Zams ist noch lang und es ist die letzte Möglichkeit sich den Magen vollzuschlagen.

Ein Stück weiter unten grasten die Kühe der Wirte. Wir machten allerdings einen großen Bogen um die Herde, weil sie riesige Hörner und Kälber dabei hatten.

Vorbei an der Oberlochalm
Vorbei an der Oberlochalm

Gegen 14:00 Uhr wanderten wir durch eine Art Märchenwald vorbei an der Unterlochalm, die auf 1580 m liegt. Nun hatten wir noch ca. 800 Höhenmeter Abstieg vor uns. Dieser führte uns zum großen Teil durchs berühmte Zammer Loch. Es war wirklich eine Quälerei mehrere Stunden bergab über den felsigen und teilweise ausgesetzten Steig zu wandern. Wir hatten zwischenzeitlich immer einen Blick auf Landeck und später dann auch auf Zams, aber der Weg zog sich wie Kaugummi. Es war unheimlich heiß und wir waren schon ziemlich müde. Wir hielten uns mit Phantasien von riesigen Eisbechern über Wasser. Ich träumte von einem großen „Rafaello-Becher“. Meine Kraft reichte auch nur noch für ein letztes Foto mit Blick auf den Losbach, der durchs Tal rauscht:

Nach 7,5 Stunden erreichten wir endlich Zams auf 775 m. Wir waren tatsächlich 1840 m abgestiegen und gönnten uns zur Belohnung einen eiskalten Almdudler. Wir erreichten um 17:00 Uhr die letzte Gondel der Venet-Bahn, um zur Mittelstation zu gelangen. Von dort wanderten wir noch weitere 15 Minuten zur Skihütte Zams. Übrigens fährt die Gondel nur zu vollen Stunde bis zur Mittelstation. Des Weiteren lohnt es sich das Ticket für die Venetbahn für den nächsten Tag bis zur Endstation zu lösen – so spart man den ein oder anderen Euro.

Die Skihütte Zams kann ich nur empfehlen. Wir hatten ein 4-Bett-Zimmer mit eigenem Bad und teilten uns das mit einem sehr netten Paar. Die Skihütte Zams bietet für E5-Wanderer einen Wäsche-Service, den wir umgehend nutzten. Ich hatte den Tag über sehr viel Flüssigkeit verloren und gönnte mir deshalb am Abend vier große Radler. Die Tiroler Käsespätzle waren sehr lecker. Hier kann ich nur den Tipp geben, nutze die E-5 Halbpension der Skihütte Zams. Ich war einfach nur erleichtert, dass ich den Tag so gut überstanden hatte. Als wir ins Bett gingen dauerte es bei mir keine fünf Minuten und ich schlief tief und zufrieden ein.

Etappe 4 auf Komoot

Ich habe die gesamte vierte Etappe von der Memminger-Hütte bis Zams mit Komoot getrackt:


Etappe 5: Von Zams nach Wenns (2018)

Zams nach Wenns; Alpenüberquerung E5

Auf der fünften Etappe am 20.08.2018 war unser Ziel Wenns. Von der Skihütte Zams führte uns der Weg über zwei Gipfel bis auf 2512m. Wir waren insgesamt 11km rund 5,5 Stunden unterwegs. Die Atmosphäre hatte etwas von einer Mondlandschaft. Wir signierten das erste Gipfelbuch und es folgte ein schöner Abstieg nach Wenns. Bergabwärts kreuzten Ziegen und Kühe unseren Weg.

Etappe 5 im Überblick:

↑ 2512 Höhe
↓ 982 Tiefe
11 km – 5,5 Stunden mit Pausen
Skihütte Zams nach Wenns
GPS Daten zum Download:
E5 – Skihütte Zams – Wenns – Etappe 5 – GPS

Tourenbeschreibung: Zams nach Wenns

Ausgeschlafen, gut gefrühstückt und mit frisch gewaschenen Sachen in Gepäck wanderten wir zur Mittelstation der Venetbahn und fuhren mit dem Ticket vom Vortag hinauf zum Krahberg. Das Wetter war kühl, trüb und nebelig. Auf dem Krahberg auf 2208m hatten wir Gelegenheit uns kurz frisch zu machen und uns dem Wetter entsprechend anzuziehen.

Unser erstes Ziel des Tages war die Glander Spitze, auch Venet genannt, auf 2512m. Wir hielten das Gipfelkreuz des Venet auf dem panoramareichen Weg stets im Blick. Wir hatten schon beim Aufstieg einen Ausblick auf die Ötztaler Alpen, das Pitz- und Kaunertal. Nach rund einer Stunde erreichten wir stolz den Gipfel – seht selbst:

Glander Spitze: Gipfelkreuz Venet
Glander Spitze: Gipfelkreuz Venet

Vom Venet ging es auf einem Grat über Felsen auf und ab weiter durch den Nebel. Wir wanderten über den Piller in Richtung Wannejöchl.

Gipfelkreuz Piller
Gipfelkreuz Piller

Kurz vor dem Wannejöchl führte uns der Weg nach rechts bergab in Richtung Wenns.

Abstieg vom Venet nach Wenns
Abstieg vom Venet nach Wenns

Ein Highlight des Abstiegs war eine Herde mit wunderschönen Bergziegen. Wir erreichten nach rund drei Stunden über einen Brettersteig die Galflunalm auf 1960m. Dort machten wir unsere erste Pause.

Brettersteig und Ziegen vor der Galflunalm
Brettersteig und Ziegen vor der Galflunalm

Gestärkt machten wir uns weiter auf den Weg in Richtung Wenns. Nach rund 20 Minuten erreichten wir die Larcher Alm auf 1814m. Da wir schon eine Pause gemacht hatten, machten wir hier keine, obwohl das Angebot auf der Larcher Alm deutlich besser aussah. Wir nutzen den „Alten Almweg“ nach Wenns. Dabei kamen wir vorbei an wundervollen Wiesen, saftigen Feldern, Kühen und Bauernhöfen.

Angekommen in Wenns, machten wir uns erstmal auf die Suche nach Blasenpflastern und Tape, denn nach fünf Tagen waren alle unsere Reserven aufgebraucht. Wir hatten Glück in Wenns gibt es einen kleinen Spar-Supermarkt und einen InterSport. Im Spar gab es Blasenpflaster und im InterSport Tape für die Füße. Des Weiteren füllten wir unsere Bargeld-Reserven auf, denn es gibt auch eine Sparkasse – sehr praktisch. Übernachtet haben wir im Hotel Weiratherhof. Das Hotel hat überall sehr gute Bewertungen, aber wir waren nicht sehr begeistert. Die Zimmer und das gesamte Hotel sind ziemlich altbacken. Das Frühstück ist ganz ok.

Tipp: Bucht besser direkt eine Unterkunft in Mittelberg oder der Gletscher-Stube. Beide Ziele erreicht man mit dem Bus von Wenns.

Wir haben leider keinen Schlafplatz auf der Braunschweiger Hütte erhalten und mussten deshalb die Route etwas variieren.

Etappe 5 auf Komoot

Ich habe die gesamte zweite Etappe von der Kemptner-Hütte bis Bach mit Komoot getrackt:


Etappe V6: Wenns nach Vent (2018)

Wenns nach Vent; Alpenüberquerung E5

Am 21.08 ging es für uns vom Pitztal ins Ötztal. Das Bergsteigerdorf Vent war unser Tagesziel. Der Tag verlief etwas anders als geplant. Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodass wir die Tagesetappe über Mittelberg zur Braunschweiger Hütte komplett abändern mussten und einen großen Teil der Etappe mit dem Bus zurückgelegt haben.

Tourenbeschreibung: Wenns nach Vent

Unsere Unsicherheit war groß, denn es wurde Gewitter und jede Menge Regen gemeldet. Wir waren hin und her gerissen, welchen Weg wir wohl gehen wollen. Wir gingen auf Nummer sicher und fuhren mit dem Bus von Wenns nach Imst zur Haltestelle Imst Langgasse/Hofer. Dort waren zahlreiche Supermärkte und wir deckten uns mit Proviant ein.

Von Imst ging es dann weiter mit dem Bus 44. Stationen und ca. drei Stunden nach Sölden. Die gesamte Busfahrt von Wenns nach Sölden kostete uns pro Person nur 12,50 €.

In Sölden angekommen standen wir vor der Entscheidung entweder den Bus zum Tiefenbachgletscher zu nehmen und den Rest der geplanten Etappe zu laufen oder den Bus direkt nach Vent zu nehmen. Aufgrund der Wetterlage entschieden wir uns für die zweite Variante und fuhren mit dem Bus. Irgendwie waren wir sehr enttäuscht, dass wir nicht wie geplant unsere Alpenüberquerung fortsetzen konnten. Für den Bus von Sölden nach Vent bezahlten wir pro Person weitere 4,50 €. In Vent angekommen brachten wir unser Gepäck aufs Zimmer und entschieden und den Rest des Tages zu genießen.

Unser Hotel lag direkt neben dem Sessellift und mit diesem fuhren wir von 1896 m auf 2364 m zur Wildspitze. Eine Berg- und Talfahrt kostet insgesamt 13,00 €. Oben angekommen genossen wir die Aussicht und waren nach den ganzen Unsicherheiten des Tages zufrieden in Vent angekommen zu sein. Neben dem Sessellift auf der Wildspitze gibt es das Restaurant Stablein mit einer großen Terrasse von der man einen wunderschönen Blick in die Berge hat. Dort gönnten wir uns den ersten Kaiserschmarrn der Alpenüberquerung.

Kaiserschmarrn und Ausblick auf Rofnerschlucht
Kaiserschmarrn und Ausblick auf Rofnerschlucht

Ganz auf das Wandern verzichten wollten wir nicht. Das Bergsteigerdorf Vent hat in direkten Umgebung einige Highlights zu bieten. Also wanderten wir zur Hängeseilbrücke bei Vent, die  von den Brüdern Klotz 1967 erbaut und 1984 vom Land Tirol erneuert wurde. Sie führt 46 m über die 31 m tiefe Rofnerschlucht.

Die Brücke führte uns direkt zu den Rofenhöfen,  die berühmt sind für  Haflingerzucht des Bergbauern Franz Klotz.

Überblick Etappe 6

↑ 1896 Höhe
↓ 982 Tiefe
5 km – 2 Stunden mit Pausen
Wenns nach Vent
GPS Daten zum Download:
E5 – Wenns – Vent – Etappe 6 – GPS

Etappe 6 auf Komoot

Ich habe die gesamte Runde in Vent mit Komoot getrackt:


Etappe V7: Vent zur Similaunhütte (2018)

Vent zur Similaunhütte; Alpenüberquerung E5
Blick auf die Martin-Busch-Hütte

Am 22.08 sind wir insgesamt sieben Stunden von Vent auf 1896 m über die Martin-Busch-Hütte auf 2501 m zur Ötzi-Fundstelle am Hauslabjoch auf 3210 m bis zur Similaunhütte auf 3019 m gewandert. Diese Etappe war einer der absoluten Höhepunkt unsere gesamten Alpenüberquerung auf dem E5 und wir sind zwischenzeitlich ganz schön an unsere Grenzen gekommen. Im Folgenden erfahrt ihr, was wir auf dem E5 erlebt haben.

Etappe 7 im Überblick

↑ 3210 Höhe
↓ 1896 Tiefe
15,1 km – 7 Stunden mit Pausen
Vent – Similaunhütte
GPS Daten zum Download:
E5 – Vent – Ötzi – Similaunhütte – Etappe 7 – GPS

Tourenbeschreibung: Vent zur Similaunhütte

Gegen 07:30 verließen wir unsere Bleibe in  Vent. Für uns ging es durch den Ort über eine Kuppel in Richtung Ochsenkopflift den Berg hinauf. Wir waren hochmotiviert und freuten uns auf den Tag. Die Kräfte, die wir am Vortag gespart hatten, wollten raus. Die Landschaft Unterwegs war sehr schön grün und es plätscherten wunderschöne Wasserfälle aus den Bergen. Wir wanderten parallel zum Niedertalbach und überquerten diesen nach rund einer Stunde wandern.  Wir legten weiter an Höhenmeter zu und hinter den grünen Bergen ragten die ersten Gletscher in den Himmel. Nach rund drei Stunden wandern und 600 zurückgelegten Höhenmetern erreichten wir die Martin-Busch-Hütte. Dort gönnten wir uns einen leckeren Apfelstrudel und eine große Apfelschorle auf der Terrasse. Die Sonne leuchtet uns ins Gesicht und wir schöpften Kraft aus dieser atemberaubenden Natur.

Auf der Martin-Busch-Hütte trafen wir auf eine Gruppe mit Bergführer. Der Bergführer beschloss mit der Gruppe nicht wie es überall beschrieben ist erst zur Similaunhütte und dann zur Ötzi-Fundstelle zu wandern, sondern auf direktem Weg dorthin zu wandern. Wir brachen früher als die Gruppe auf und beschlossen den selben Weg zum Gletschermann Ötzi zu wählen.

Martin-Busch-Hütte und Wanderung zur Ötzi-Fundstelle
Martin-Busch-Hütte und Wanderung zur Ötzi-Fundstelle

Nachdem wir die Martin-Busch-Hütte verlassen hatten hielten wir uns also nach rund 250 m rechts. Es ging steil bergauf über Geröll. Die Landschaft glich einer Mondlandschaft und wir waren umringt von Gletschern. Ein großartiges Abenteuer.  Nach einer weiteren Weggabelung wies uns ein Stein weiter den Weg nach rechts in Richtung Ötzi. 

Der Weg war nicht mehr so klar erkennbar. Bis wir plötzlich vor einem Schneefeld standen, dass auf einer relativ hohe Geröllwand führte. Viele Wanderer kamen uns entgegen, weil sie sich das nicht zutrauten. Es waren schon einige Fußspuren im Schnee. Also nahm ich allen Mut zusammen stapfte in die Fußspuren bis ich vor der Geröllwand stand. Unter der Geröllwand war ein riesige Art Gletscher-Spalte.

Wir wussten nicht so recht wir wir die Wand hochklettern sollten. Wir hatten Glück und der Bergführer erreichte mit seiner Gruppe auch die Stelle und zeigte uns den Weg und gab uns jede Menge Selbstvertrauen. Wir folgten der Gruppe bis zur Ötzi-Fundstelle und waren erleichtert, die vier Meter hohe Steinpyramide erreicht zu haben.

Ötzi, wurde am 19.09.1991 am Tiesenjoch gefunden. Der Gletscher hatte die Leiche nach 5300 Jahren freigeben. Heute kann man den Gletschermann im Museum in Bozen besichtigen.

Ötzi-Fundstelle und Steinpyramide
Ötzi-Fundstelle und Steinpyramide

Wir folgten der Wandergruppe über den Berggrat in Richtung Similiaunhütte. Der Steig war sehr gut markiert. Er war mit Drahtseilen befestigt und ging teilweise senkrecht bergauf. Unserer Rucksäcke wogen so schwer und eigneten sich nicht wirklich zum Klettern. Auf dem Weg trafen wir auf einige Wanderer die den Weg unterschätzt hatten. Einer Frau reparierte Carola unterwegs mit Tape die Wanderschuhe, weil sich die Sole löste und sie nur schwer weitergekommen wäre.

Tipp: Wenn Ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, nehmt den direkten Weg zur Similaunhütte und geht im Anschluss mit leichtem Gepäck zum Ötzi!

Abstieg zur Simimilaunhütte über das Hauslabjoch
Abstieg zur Simimilaunhütte über das Hauslabjoch

Kurz vor der Hütte fing es auch noch an in strömen zu regnen und ich muss gestehen meine Nerven lagen ein wenig blank. Großartig war der Blick auf den Vernagt-Stausee. Erleichtert erreichten wir nach rund sieben Stunden die Similiaunhütte.

Ausblick auf den Vernagt Stausee
Ausblick auf den Vernagt Stausee

Auf der Similiaunhütte und in Südtirol angekommen, nutzten wir die Gelegenheit und gönnten uns erstmal eine heiße Schokolade zum Aufwärmen. Von der Hütte aus genossen wir den wunderbaren Blick auf das Ortlermassiv. Anschließend machten wir uns frisch und entspannten uns im Mehrbettzimmer. Abends gab es dann ein leckeres 3-Gänge-Menü von herausragender Qualität. Für die Übernachtung inklusive Halbpension (3-Gänge-Menü und Frühstück) bezahlten wir 60,00 € pro Person. Die Similaunhütte ist in Privatbesitz, daher gibt es keine Ermäßigung für Alpenvereinsmitglieder. 

Etappe 7 auf Komoot

Ich habe die gesamte siebte Etappe von Vent zur Ötzi-Fundstelle bis zur Similaunhütte getrackt:


Etappe V8: Similaunhütte nach Meran (2018)

Similaunhütte nach Vernagt (Meran) Alpenüberquerung E5

Am 23.08.2018 machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Wandertag unserer Alpenüberquerung. Vor uns lag der Abstieg zum Vernagt-Stausee und ein Teil-Stück auf dem Meraner-Höhenweg über Unterstell nach Meran. Erfahrt was wir am letzten Tag erlebt haben.

Etappe 8 im Überblick

↑ 3019 Höhe
↓ 1711 Tiefe
13 km – 5 Stunden mit Pausen
Similaunhütte nach Meran
GPS Daten zum Download:
E5 – Similaunhütte – Vernagt – Etappe 8 – GPS

Tourenbeschreibung: Similaunhütte nach Meran

Nach heftigen und lauten Gewittern in der Nacht auf über 3000 m Höhe war der Morgen ruhig und nebelig. Die Sonne blinzelte nur langsam durch die Wolken. Gegen 8:30 machten wir uns auf den Weg zum Vernagt-Stausee. Das erste Stück ist sehr steil, häufig ausgesetzt und mit Seilen abgesichert. Mit der Zeit wird es immer grüner und der stetige Blick auf den Vernagt-Stausee ist absolut beeindruckend.

In Vernagt angekommen, gönnten wir uns erstmal eine Pause, um etwas zu essen und zu trinken. Im Anschluss ging es für uns weiter mit dem Bus ca. 30 min. nach Katharinaberg, um noch ein paar Kilometer auf dem Meraner-Höhenweg zu wandern.

Info: Für die meisten Bergschulen ist die Reise in Vernagt vorbei und es geht mit dem Bus rund 1,5 h nach Meran. Wer in Meran einlaufen möchte kann auf dem Meraner-Höhenweg weiterwandern und noch eine Nacht in Giggelberg dran hängen, um dann von dort das Ziel zu erreichen. Wir wählten eine Zwischenlösung, wie ihr im folgenden Lesen könnt.

Ich habe die gesamte achte Etappe von der Similaunhütte bis Vernagt mit Komoot getrackt:

Der Bus brachte uns bis zur Bushaltestelle Monte San Caterina auf 1245 m.

Etappe 8 auf Komoot

Ich habe die Etappe von Vernagt über Katharinaberg nach Unterstell mit Komoot getrackt:

2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here