Auf dem Vulkaneifel-Pfad „Gerolsteiner Dolomiten Acht“ (Felsenpfad)

„Zwei in einem“ – das könnte das Motto des Wanderwegs „Gerolsteiner Dolomiten Acht“ sein. Der 16 km lange Weg besteht nämlich aus zwei Teilen, die beide als Premiumwanderweg gelten. Das bedeutet, dass sie besonders gut markiert sind und mehr Erlebnisse bieten, als andere Wanderwege. Da der „Keltenpfad“ und der „Felsenpfad“ zwei eigene Runden bilden, die in der Eifelstadt Gerolstein zusammentreffen, ergibt sich daraus eine Acht. Sie gilt als „Achterschleife der Unendlichkeit“ und ist zudem ein Muße-Pfad. Auf dem Wanderweg mit mittlerem Schwierigkeitsgrad könnt ihr die Seele baumeln und die beeindruckende Landschaft auf euch wirken lassen. Kelten- und Felsenpfad bilden Partnerwege des bekannten Eifelsteigs. Beide Routen der stilisierten Acht sind ungefähr gleich lang und werden euch mit ihren wunderschönen Ausblicken und Erlebnissen rasch in ihren Bann ziehen.

*Hinweis: Dieser Bericht ist im Rahmen einer Einladung der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH zum Bloggerwandern entstanden. Anreise, Unterkunft und Verpflegung hat die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH für mich getragen. Meine Meinung, Ansichten und Tipps bleiben davon unbeeinflusst.

Dolomiten in der Eifel

Bei dem Wort „Dolomiten“ denken die meisten Leute wohl zuerst an Italien. Es gibt aber auch Dolomiten in der Eifel – und sie bilden das Wahrzeichen der Stadt Gerolstein. Vor gut 380 Millionen Jahren entstanden sie aus einem Kalkriff, das in einem flachen, tropischen Meer lag. Inzwischen ragen die „Gerolsteiner Dolomiten“ mit ihrem kristallin wirkendem Dolomitgestein ungefähr 100 Meter hoch aus dem Kylltal nach oben. Die Wände des Massivs sind dabei fast senkrecht. Kein Wunder also, dass der hier verlaufende, 8,6 km lange Teil des Wanderwegs Gerolsteiner Dolomiten Acht „Felsenpfad“ genannt wird. Prägend für die Landschaft in diesem Teil der Eifel ist der Fluss Kyll, der mit seinem Wasser das umgebende Terrain geschaffen und geprägt hat. Für die ungefähr 2 Stunden und 45 Minuten lange Wanderung mit 224 Metern Höhenunterschied startet ihr am Bahnhof von Gerolstein. Er ist sowohl per Auto als auch per Bahn perfekt für eine problemlose Anreise. Hier findet ihr zudem die Tourist-Info. Hier könnt ihr euch gegen eine geringe Schutzgebühr eine Karte der Achterschleife zu holen. Dann startet die Reise in die geologische Entwicklung der Eifel. Vom Frühling bis zum Herbst begleitet euch ausufernde Vegetation auf dem ersten Teil des schmalen Weges und führt euch entlang der aufragenden Kalkfelsen aus der Stadt heraus. Alsbald geht ihr durch den dichten Buchenwald über Serpentinen hinauf zum Munterley. Hier erwartet euch ein Felsplateau mit atemberaubender Aussicht auf Gerolstein und das Kylltal. Der Munterley ist nicht umsonst der Hauptfelsen der Dolomiten und imponiert wohl jedem Wanderer mit seiner Höhe von 523 Metern.

Steinzeitliche Höhle und trockenes Meer

Nach der Anstrengung des Aufstiegs geht es nun auf fast flachem Terrain weiter zur Buchenlochhöhle. Funde vor Ort haben ergeben, dass diese Höhle bereits früh bewohnt wurde, schon während der Jungsteinzeit. Nehmt eine Taschenlampe mit auf eure Wanderung, dann könnt ihr die Karsthöhle mit ihren 36 Metern Länge vollständig erkunden. Eine schmale Treppe führt zum Eingang. Wieder an der frischen Luft geht es über schmale Waldpfade hinüber zur Papenkaule. Als vor gut 10.000 Jahren ein Vulkan an dieser Stelle explodierte, entstand dieses sogenannte „Trockenmaar“. Ein Ring aus Tuffgestein bildet sich und schließt Grundwasser ein, so entsteht ein Maar daraus. Viele dieser Seen „verlanden“ irgendwann und werden zu einem Trockenmaar wie der Papenkaule. Trockene oder noch mit Wasser gefüllte Maarseen gibt es häufiger in der Vulkaneifel. An der trockenen Papenkaule könnt ihr euch auf einer hölzernen Sonnenliege eine Pause einlegen und den Blick über die Landschaft genießen.

Erlebnisse für Groß und Klein – von wilden Tieren und Fossilien

Aufgrund der Kürze des Felsenpfades ist er auch für Wanderer geeignet, die nicht so geübt sind. Wenn ihr also eure Kinder mitnehmen wollt, haben auch sie hier ihren Spaß. Nach der Papenkaule kommt jetzt einer der Höhepunkte für die Kleinen. Es geht hinüber zum Kasselburger Hahn, einer Vulkankuppe, die ihr schon von weitem sehen könnt. Die Kuppe besitzt einen Krater, sowie einen Schlot, der mit Basalt angefüllt ist. Als nächste Station wartet hier der im Jahr 2011 gegründete Naturerlebnispark „Geoacker“. Groß und Klein können dort nach Herzenslust buddeln und treffen vielleicht sogar auf Fossilien. Alle in der Vulkaneifel vorhandenen Gesteine können erforscht und untersucht werden – mit allen fünf Sinnen. Von hier aus sind es nur noch 500 Meter bis zur trutzigen Kasselburg, einer Wehranlage, die seit dem 13. Jahrhundert über die Umgebung wacht. Ihr Markenzeichen ist der Doppelturm mit seinen 37 Metern Höhe. Zur Burg gehört ein Wolfs- und Adlerpark. Den Park und die Burg könnt ihr für wenig Geld besichtigen. Klettert auf den Turm und genießt den Rundumblick oder erlebt Nervenkitzel bei der Flugshow der Adler oder der Wolfsfütterung. Es gibt vier Erlebnisparks, die entlang der „Deutschen Wildstraße“ zu finden sind und der Wolfs- und Adlerpark ist einer von ihnen. Der Park besitzt das größte Rudel von Wölfen, das in Westeuropa zu finden ist. In der Wolfsschlucht können die Tiere auf 10 Hektar ihr Leben genießen. Ihr braucht eine Stärkung? Dann empfehlen wir das Essen des Burgrestaurants, bevor ihr den Rest des Felsenpfads in Angriff nehmt.

Wie in einer Zeitmaschine

Von der Burg aus geht es ein weiteres Mal zurück in die Vergangenheit. Gallo-römisch ist die Kultstätte Juddekirchhof. Schon im Jahr 124 entstand dieser Tempelbezirk für Caiva, die Muttergottheit der Kelten. Nach Zerstörung der Tempelanlagen durch die Franken lassen sich heute noch Teile der früheren Begrenzungsmauser und einige Fundamente besichtigen.

Klettern auf dem Husley

Auf dem letzten Teil des Felsenpfads warten die Kletterfelsen der Eifel-Dolomiten. Wenn ihr Kletterer seid, findet ihr am Husley Kletterrouten der unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade, die euch auf den gut 60 Meter hohen Kletterfelsen bringen. Der Pfad wird erneut schmal und führt an den steilen Wänden des Husley und des Munterley vorbei. Eine Allee mit Eichen führt euch schließlich zum Bahnhof in Gerolstein und damit zum Ausgangspunkt eurer Wanderung über den Felsenpfad zurück.

Tipps, Infos & Karte

Anfahrt

Ihr erreicht Gerolstein in der Regel sehr gut mit der Bahn aus Köln. Hier müsst ihr aktuell auf den Schienenersatzverkehr achten. Außerdem ist die Anbindung mit dem Auto sehr gut, denn rund um den Bahnhof findet ihr auch sehr viele Parkplätze.

Übernachten

Perfekt zum übernachten in Gerolstein ist der Felsenhof. Hier könnt ihr euer Zelt aufschlagen für rund 11,00 € je Nacht. Außerdem habt ihr die Möglichkeit ein Bungalow zu mieten.

Ausrüstung

Ihr benötigt gute und feste Wanderschuhe. Außerdem ist es Ratsam für die Buchenlochhöhle eine kleine Taschen- oder Stirnlampe mitzunehmen.

Essen & Trinken

Packt euch genug zum Trinken ein und auch genug zu Essen. Denn nichts ist schöner, als ein Picknick auf der Aussichtsplattform Munterley.

Karte

Ich habe die 8,8 km lange Tour auf dem Gerolsteiner Felsenfad mit Komoot aufgezeichnet. Dort könnt ihr die Tour nachwandern und die GPX-Daten herunterladen.

Quelle: komoot.de

Die GPX-Daten zum gesamten Vulkaneifel-Pfad: Gerolsteiner Dolomiten Acht mit insgesamt 16,2 km findet ihr auf gerolsteiner-land.de.

Wer war mit mir unterwegs?

Hier findest Du Erfahrungsberichte meiner Blogger-Kollegen, die mich auf dem Eifelsteig begleitet haben.

Nick Wassong
Mein Name ist Nick und es zieht mich immer wieder in die Natur, an die frische Luft und in ferne, fremde Länder. 2018 habe ich den Blog UrbanHiker.de gegründet. Gerne nehme ich euch mit auf meine Reisen und Erlebnisse und gebe praktische Tipps. Außerdem veranstalte ich Wandertouren rund um Köln - hier freue ich mich immer wieder über gleichgesinnte Mitwanderer. Seit 2012 beschäftige ich mich leidenschaftlich mit Online Marketing und arbeite aktuell als SEO Consultant bei einer Online Marketing Agentur.

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