*Bloggerreise: Dieser Bericht ist im Rahmen einer Einladung der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH zum Bloggerwandern entstanden. Anreise, Unterkunft und Verpflegung hat die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH für mich getragen. Meine Meinung, Ansichten und Tipps bleiben davon unbeeinflusst.

Tschüss Sommer, hallo Herbst. Wer jetzt denkt, mit der kälteren Jahreszeit verliert das Wandern seinen Reiz, liegt falsch, denn für mich beginnt jetzt erst eine besonders schöne Zeit in der Natur. Weiches, goldenes Licht taucht die bunten Blätter der Bäume in die schönsten Farben und die frischere Luft lässt keine Herbstdepressionen bei mir aufkommen. Also auf zum Bloggerwandern in den Nationalpark Hunsrück Hochwald. Wir wanderten auf den Traumschleifen, dem bekannten Saar-Hunsrück-Steig, begegneten den Kelten und machten die Gegend mit echten Naturburschen unsicher.

Der Nationalpark – Wandern, Artenschutz und Ranger

Wandern wie im Märchen
Wandern wie im Märchen

Der 2015 eröffnete, gut 100 km² große Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein neuer Teilbereich des bereits 1980 eingerichteten, 2.055 km² großen Naturparks Saar-Hunsrück in den beiden benachbarten Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Das Nationalpark-Gebiet in Form einer E-Gitarre rund um die Gemeinden Hermeskeil, Thalfang am Erbeskopf, Birkenfeld, Herrstein sowie Morbach, Nonnweiler und Nohfelden ist vielerorts von dichten und nahezu unberührten Buchen- und Eichenwäldern geprägt. Besonders beeindruckend waren die Schluchten, Moore sowie die mit grünem Moos bewachsenen Felsen vulkanischen Ursprungs. Als Wanderer fühlt man sich wie im Märchenwald.

Natur Natur sein lassen lautet die Philosophie im Nationalpark Hunsrück Hochwald. Dazu soll sich der Naturpark ungestört weiterentwickeln können, ohne dass in die Natur eingegriffen wird. Engagierte Nationalpark-Ranger sorgen dafür, dass der für die Region so wichtige Buchenwald erhalten bleibt und die Artenvielfalt bewahrt wird. Ebenfalls zur Flora der Gegend zählen von Sonnenlicht durchflutete Birken- und Erlenbruchwälder sowie von vielen Pflanzen aller Art bestandene Nass- und Feuchtwiesen. In diesem Lebensraum sind je nach Jahreszeit viele Bussarde, Spechte, Fasane und Wildhühner zu sehen. Auch die Wildkatze hat im Nationalpark die Chance auf ein ungestörtes Leben.

Im übrigen habt ihr die Möglichkeit kostenlos mit den Naturpark-Rangern auf Erlebnistour im Nationalpark zu gehen. So eine Tour kann ich euch nur ans Herz legen, denn die Naturburschen lieben was sie tun. Ich habe eine Menge gelernt und mein Bewusstsein, warum wir diese Wälder schützen müssen, wurde geschärft. Einen Ranger-Tipp, der euren Füßen gut tun wird, möchte ich euch im Folgenden verraten:

Ranger im Nationalpark Hunsrück Hochwald
Ranger im Nationalpark Hunsrück Hochwald

Ranger-Tipp:
Solltet ihr euch beim Wandern verletzen und euch kleine Schürf-, Schnittwunden oder Blasen am Fuß zuziehen, dann sucht unterwegs einige Blätter vom Spitzwegerich. Zerreibt die Pflanze zwischen euren Handflächen bis viel grüner Pflanzensaft austritt. Diesen Pflanzensaft müsst ihr dann nur noch die auf betroffenen Stellen streichen. Die Wunde wird desinfiziert und das Abheilen gefördert. Auch gegen frische Insektenstiche kann Spitzwegerich helfen.

Wandern auf den Spuren der Kelten auf der Dollbergschleife

In der landschaftlich äußerst reizvollen Region Saar-Hunsrück gibt es die 111 Rundwanderwege die sogenannten „Traumschleifen“. Sie sind zwischen fünf bis 20 Kilometer lang und wurden allesamt nach den strengen inhaltlichen Vorgaben des Deutschen Wanderinstituts konzipiert. Insgesamt besitzen 70 der Traumschleifen das begehrte Siegel des Prädikatswanderwegs.

So auch die Nummer 64, die als Dollbergschleife über gut 11 Kilometer um Hermeskeil und Nonnweiler verläuft. Der mit 70 Punkten bewertete Weg beginnt an der Köhlerhütte am Dollberg oder am Waldparkplatz Otzenhausen. Die rund vierstündige und familienfreundliche Rundtour bietet viele Aussichten und diverse Einkehrmöglichkeiten sowie kulturelle, historische und geologische Highlights.

Es werden insgesamt etwa 300 Höhenmeter absolviert. Ein wenig fordernd, dafür aber umso imposanter, sind die kurzen Abschnitte durch die Felsen- und Gesteinsfelder beim Aufstieg auf den Dollberg. Diese Gesteinfelder bilden den keltischen Ringwall Otzenhausen. Der Forschungen zufolge im 5. bis 4. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung erbaute und im Volksmund als „Hunnenring“ bekannte Ringwall von Otzenhausen ist eine ehemalige keltische Befestigungsanlage. Die seit ca. 2.000 Jahren verlassene Befestigung hat sich im späten 19. Jahrhundert zum in der Region beliebten Ausflugsziel entwickelt.

Keltischer Ringwall von Otzenhausen auf der Dollbergschleife
Keltischer Ringwall von Otzenhausen auf der Dollbergschleife
Keltendorf Otzenhausen
Keltendorf Otzenhausen

Tipp:
Nicht weit entfernt folgt das mit einer Holzpalisade umzäunte Keltendorf Otzenhausen am „Hunnenring“ bzw. Ringwall. Die Siedlung zeigt wie die Kelten gelebt und gearbeitet haben. Seit 2016 empfängt der Keltenpark Otzenhausen Besucher mit thematischen Führungen und Vorführungen sowie Workshops in den Nachbauten keltischer Gebäude. Besucht das keltische Dorf und nehmt das Bild der Siedlung mit auf den Dollberg.

Der Saar-Hunsrück-Steig: Geschichte, Entwicklung und zwei besondere Etappen

Wegmarkierung auf dem Saar-Hunsrück Steig
Wegmarkierung auf dem Saar-Hunsrück Steig

Der 2007 eröffnete, mit grün-blauen oder blau-weißen Rechtecken samt „H“ für Hunsrück und „S“ für Saarschleife markierte Weg besitzt ebenfalls das Siegel „Premiumwanderweg“ des Deutschen Wanderinstituts. Über 70 Prozent der Strecke von Perl (Mosel) über die Saarschleife und Hermeskeil sowie Idar-Oberstein bis nach Boppard führen über schöne Naturwege und nur ca. fünf Prozent über asphaltierte Wege. Die Etappen 9-12 liegen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Als besonders sehenswert und landschaftlich reizvoll unter den 27 Etappen gelten die beiden Abschnitte 10 und 12, die mit 23,5 bzw. 19,8 Kilometern Länge auch gut im Rahmen einer Tagestour gewandert werden können.

Tipp:
Mit der kostenlosen Rheinland-Pfalz-App, habt ihr Zugriff auf alle Touren auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Es gibt sogar kostenloses Offline-Kartenmaterial zum Navigieren.

Die 10. und relativ anspruchsvolle Etappe startet vom Trauntal über das Hochmoor „Ochsenbruch“ und die aus der Nibelungensage bekannte „Siegfried Quelle“ mit dem steilen Aufstieg nach Börfink und Thalfang auf den mit 816 Meter hohen Erbeskopf, dem höchsten Berg in Rheinland-Pfalz. Dort bietet sich Wanderern eine sagenhafte Fernsicht über die waldreiche Umgebung – haben wir uns sagen lassen. Bei uns galt das Motto „Wie Sie sehen, sehen sie nichts“. So mystisch und spannend der Nebel im Wald wirkte, auf der Aussichtsplattform hatten wir leider keine Chance etwas zu sehen. Es folgte der Abstieg hinunter zum Hunsrückhaus. Dort gibt es eine wunderschöne Ausstellung über den Naturpark Hunsrück Hochwald. Im Laufe der Wanderung führte der Weg weiter am Forsthaus Hoxel und dem historischen, steinernen Hunsrückbahnviadukt vorbei.

Nebel im Naturpark Hunsrück Hochwald
Nebel im Naturpark Hunsrück Hochwald
Nebel auf dem Erbeskopf
Nebel auf dem Erbeskopf

Hotel-Tipp:
In Morbach befindet sich das von zwei Brüdern betriebene Hotel 2tHeimat. Das Haus ist komplett renoviert und die Zimmer sind modern und die Betten sind sehr bequem. Sowohl das Frühstück als auch das Abendessen, kann ich euch nur ans Herz legen. Es wird mit frischen regionalen Zutaten gekocht und die Teller werden wirklich sehr schön angerichtet. Das Hotel 2tHeimat in Morbach ist einfach zum Wohlfühlen. Und im nächsten Jahr soll sogar ein Saunabereich hinzukommen.

Auch die 12 Etappe hat auf dem Saar-Hunsrück-Steig einiges zu bieten. Sie beginnt in Kempfeld und verläuft über Herborn bis in die bekannte „Edelsteinstadt“ Idar-Oberstein. Die Stationen und gleichzeitig Höhepunkte der Strecke sind die Ruine der mittelalterlichen Wildenburg samt Aussichtsturm, das benachbarte Wildfreigehege, der 670 Meter hohe Berg Wildenburger Kopf, das knapp 20 Hektar große Naturschutzgebiet Mörschieder Borr/Burr sowie das „Steinerne Gästebuch“ bei Herborn.

Wildenburg auf Etappe 12 des Saar-Hunsrück-Steig
Wildenburg auf Etappe 12 des Saar-Hunsrück-Steig

Über dem Hunsrück strahlen die Sterne besonders hell

Wer Sterne und fremde Galaxien liebt, sollte einen Ausflug zur Sternwarte Peterberg machen. Die 1977 gegründete und 1997 baulich fertiggestellte Vereins- und Volkssternwarte auf dem Peterberg in Nohfelden unweit von Nonnweiler im Nordosten des Landkreises St. Wendel wird von den aktiven und ehrenamtlichen Mitgliedern des saarländischen Amateurastronomenvereins betrieben. Dort finden immer am ersten Samstag im Monat ein öffentlicher Vortrag sowie eine Führung samt astronomischer Beobachtung statt. Besonders gut besucht wird die Anlage vor allem beim alljährlichen „Sternwartenfest“ im September sowie am „Tag der Astronomie“ jedes Jahr im August oder September.

Tipp:
Fragt mal bei der Tourist-Information Sankt Wendeler Land nach einer Fackel-Wanderung von der Sternwarte zurück nach Nohfelden.

Genuss im Hunsrück und an der Saar: Nach dem Wandern ausgiebig schlemmen

Die altehrwürdige Kulturregion Saar-Hunsrück ist gerade auch in kulinarischer Hinsicht einen Besuch wert. So genießen etwa Weine aus den großen Anbaugebieten beiderseits der Mosel, Nahe, Ruwer und Saar viel Renommee auch außerhalb Deutschlands. Die 2011 gegründete Regionalinitiative mit dem sympathisch folkloristischen Namen „Ebbes von Hei!“ (Etwas von hier) widmet sich voll und ganz der Förderung und Bekanntmachung von nachhaltig produzierten Lebensmitteln aus der Gegend.

50 Gastronomen haben sich auch diverse Dienstleister, Handwerker, Kulturschaffende und Landwirte in dem Interessenverbund mit Sitz in Morbach zusammengefunden. Zu Ostern 2019 veranstaltete die Initiative erstmals den regionalen Genussmarkt „Cirque des Gourmets“ in Merzig.

3-Gänge-Menü im Hotel 2tHeimat in Morbach
3-Gänge-Menü im Hotel 2tHeimat in Morbach
Senioren-Startup Wildling - Streuobstwiesen
Andrea und Klaus ein echt sympathisches Senioren-Startup / Quelle: Karin Hünerfauth-Brixius, RPT

Ein Beispiel für die Initiative „Ebbes von Hei!“ ist das sehr sympathische Senioren-Startup Wildling. Andrea und Klaus haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen großartigen Ertrag aus ihren Streuobstwiesen zu erwirtschaften. Sie bevorzugen knorrige, wildwüchsige Obstbäume, von denen keiner mehr etwas wissen will und machen Äpfel und Birnen wieder genießbar. Sie keltern, destillieren, fermentieren oder vergären die Birnen und Äpfel und heraus kommen Produkte wie Sherry, Apfelkracher, Birnenkracher, Viez, Essig, Apfelbrand, Kellvados oder Birnenbrand. Es sind alte Birnen- und Apfel-Sorten dabei, die man schon vor Jahrhunderten kannte. Außerdem schützen sie durch die Pflege der Streuobstwiesen den Lebensraum von vielen Pflanzen und Tieren. Eine Brandweinprobe mit den beiden ist absolut unterhaltsam und ein Gaumenschmaus.

Wer war mit mir unterwegs im Nationalpark Hunsrück Hochwald?

Ich hatte ein großartiges Wander-Wochenende im Nationalpark Hunsrück Hochwald und das nicht nur wegen der tollen Organisation, sondern auch weil ich wirklich tolle Blogger-Kollegen kennenlernen durfte. Schaut euch die wirklich tollen Blogs und weiteren Artikel zum Thema Herbstwandern im Nationalpark Hunsrück Hochwald einmal an:

Bloggerwandern 2019 im Nationalpark Hunsrück Hochwald
Bloggerwandern 2019 im Nationalpark Hunsrück Hochwald / Quelle: Karin Hünerfauth-Brixius, RPT

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